Bestens eingerichtet – in und mit Kunststoff
- Gerald Scheffels
- 08.04.2025
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Baumann, Häcker, Miele, Nobilia, Nolte, Poggenpohl, Siematic: In OWL gibt es einen beeindruckenden Cluster der Küchenindustrie, und auch Hersteller von anderen Wohnmöbeln sind gut vertreten. Knapp ein Drittel aller Beschäftigten der deutschen Möbelindustrie arbeiten in OWL, und die heimische Küchenmöbelindustrie in OWL erwirtschaftet rund zwei Drittel des gesamten deutschen Branchenumsatzes.
Alle genannten Hersteller arbeiten mit Kunststoffverarbeitern zusammen, die sich zumeist auf einzelne Kompetenz- und Produktbereiche konzentrieren. Einige fertigen z.B. Sichtteile mit perfekten und besonderen Oberflächen, andere produzieren wasserführende Baugruppen für Haushaltgeräte, komplexe Funktionsbaugruppen für bewegliche Möbelelemente oder hochpräzise Kunststoffkomponenten für Scharniere und Auszüge. Einige sind in OLW zuhause, andere außerhalb.
Zu den Aufgaben der KPA am neuen Standort Bad Salzuflen gehört es nun, diese Zulieferer mit den in OWL beheimateten Hersteller zusammenzubringen. Eine zentrale Voraussetzung dafür wurde schon geschaffen: Auf der Messe präsentieren sich leistungsfähige Kunststoffverarbeiter mit Branchen-Expertise. Ein markantes Beispiel ist die Oskar Lehmann GmbH & Co. KG in Blomberg. Sie fertigt z.B. Kunststoffkomponenten für Büromöbel und hat, was für Spritzgießer ungewöhnlich ist, auch Standardprodukte und -lösungen entwickelt, die in Möbeln zur Anwendung kommen.
Interessant für die Besucher aus der Möbelindustrie dürfte die Kombination der beiden Kunststoffmessen KPA und KUTENO von 13.-15. Mai 2025 in Bad Salzuflen sein. Denn auf der KUTENO präsentieren sich u.a. viele Spezialisten für die produktionstechnische Veredlung von Kunststoffkomponenten. Hier werden attraktive Themen adressiert wie z.B. neue Oberflächenstrukturen (am Stand von Eschmann-Textures), Einstellen von Eigenschaften durch Plasmabehandlung (Plasmatreat), Lackieren und Bedrucken (FMO Surface), J.&F. Krüth und Reichle (Gravieren, Texturieren und Strukturieren) sowie Oberflächendekoration von Kunststoffbauteilen (Leonhard Kurz).
Darüber hinaus bietet die Kunststofftechnik weitere Möglichkeiten, (Küchen-)Möbel mit frischem Design, neuen Funktionen und – im besten Fall – einem „Wow“-Effekt auszustatten. Beispiele sind antibakterielle und Anti-Touch-Ausrüstungen, Touch-Elemente und hinter- bzw. durchleuchtete Flächen (Ambient Light). Da geht noch was. Die Messen werden zeigen, wie modernste Kunststoffverarbeitung Wertschöpfung durch Design und durch neue Funktionen erzeugen kann.