Werkstoffe: Die neue Vielfalt

Fischernetze und Getränkekartons, Bambus und Ananas: Das sind vier Bestandteile von Kunststoffprodukten, die in neuen Fahrzeugen von Fiat, Renault und anderen Herstellern verbaut sind. Die Liste ließe sich fast beliebig erweitern, zum Beispiel um Kenaf, Flachs und Papier, und sie zeigt: Es herrscht neue Vielfalt in der Materialauswahl. Treiber dieser Entwicklung sind die Kreislaufwirtschaft und die Dekarbonisierung – rund zehn Prozent der Kunststoffe weltweit werden schon aus nicht-fossilen Quellen erzeugt.

Für die Hersteller und Anwender von Kunststoffprodukten heißt das: Es gibt Informationsbedarf. Was geht, was geht nicht? Wie steht es, zum Beispiel, um die Alltagstauglichkeit und Langzeitbeständigkeit von Kunststoffen mit beigemischten Naturfasern? Und um die Verfügbarkeit von Rezyklaten? Wie lassen sich die alternativen Werkstoffe verarbeiten, wie sieht es mit der Oberflächenqualität und –behandlung aus? Kann man vielleicht sogar Folgeprozesse einsparen, wenn man Oberflächen mit interessanter, weil faserhaltiger Optik erzeugt? Und mit welchen gut rezyklierbaren oder auch kompostierbaren Materialien lassen sich im konkreten Einsatzfall „normale“ Kunststoffe ersetzen?

Innovative Werkstoffe auf der KPA Ulm

Antworten auf diese und andere werkstoffbezogene Fragen kann der KPA-Besucher in Ulm (25.-26. Februar 2026) auf nicht weniger als 65 Ständen finden. Denn so viele Aussteller bieten dort Rohstoffe, Compounds und Masterbatches an.

Einige Beispiele von A bis X: Aurora zeigt Regranulate und Rezyklat-Compounds, Barlog und Badico stehen für ein breites Compound-Programm. Hochleistungs-Polymere sind die Kernkompetenz von DK Kunststoff-Service, Exipnos, Tecnaro und Traceless haben Bio-Polymere entwickelt und auf den Ständen von Granula und Constab werden Masterbatches präsentiert. Heraplast produziert Farb-Masterbatches, Hexpol ist Spezialist für TPE. Recycling und Rezyklate sind das Aufgabengebiet von HP-T Höglmeier, Lohner Kunststoffrecycling, MKV, ScheZe, Thees und WIS. Nexeo steht für ein neues Geschäftsmodell: eine 24/7-Online-Plattform für den Bezug von Kunststoffen. Xifa präsentiert sich als Distributionspartner von Sabic, AM Polymers konzentriert sich auf Polymer-Pulver für den 3D-Druck. Und natürlich gibt es zahlreiche weitere branchenbekannte Aussteller mit einem breiten Portfolio an Granulaten, Compounds und Masterbatches, zum Beispiel Brenntag Polymers, Chemie-Plast, Macomass und Romira.

Wissensaustausch im KPA Forum

Neben den Ständen der Aussteller werden auch die Expertenvorträge im Rahmenprogramm neue Erkenntnisse in Sachen Materialauswahl vermitteln. Eine biobasierte, plastikfreie Werkstoffalternative wird vorgestellt, die sich im Spritzgussverfahren verarbeiten lässt. Die Substitution von metallischen Bauteilen am Beispiel eines duroplastischen Pumpengehäuses ist Thema eines anderen Vortrags, und mehrere Referenten stellen Konzepte der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft vor.

Das Fazit: Wer sich für den Stand der Technik bei Kunststoff-Werkstoffen interessiert, der ist auf der KPA Ulm am richtigen Platz. Die ganze Vielfalt ist vertreten – fossil, bio-basiert und als Rezyklat.