Heiß und kalt: Die Trends der Temperiertechnik „live“
- Gerald Scheffels
- 30.04.2025
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Warum stellen auf der KUTENO mehr als 35 Unternehmen ihre Neuheiten im Aufgabenbereich der Temperiertechnik vor? Weil die Kunststoffverarbeiter mehr als Granulat und Maschinen benötigen, um Kunststoffprodukte herzustellen. Insbesondere brauchen sie sowohl Wärme (zum Aufschmelzen des Granulates) als auch Kälte (zur Kühlung der Werkzeuge und ggfs. der Hydraulik).
Und warum sollten die KUTENO-Besucher bei den Anbietern in diesem Aufgabenbereich vorbeischauen, obwohl das Temperieren nicht zu den Kernprozessen gehört und es weit mehr als 300 Aussteller mit anderen Tätigkeitsfeldern gibt? Weil die Temperatur im Verarbeitungsprozess große Auswirkung sowohl auf die Qualität der Produkte als auch auf die Produktivität hat. Denn eine punktgenaue Temperaturführung kann die Zykluszeit verkürzen, und sie kann einen Beitrag zur Minimierung von typischen Fehlerbildern wie Einfallstellen und Verzug leisten.
Ein weiterer Aspekt gerät aus gutem Grund zunehmend in den Blick der Spritzgießer und Extrudeure: Die Temperierung steht für einen nicht zu unterschätzenden Anteil des Energieverbrauchs in kunststoffverarbeitenden Betrieben. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute lautet: Es gibt sehr wirksame Stellschrauben zur Senkung des Energieaufwandes. Und mit steigendem Energiepreis amortisieren sich die effizienzsteigernden Maßnahmen immer schneller – nicht selten in wenigen Monaten. Die KUTENO-Aussteller von Temperiergeräten und Kälteanlagen werden dafür Beispiele nennen können.
Hier einige Anregungen für einen Messerundgang mit dem Schwerpunkt Temperiertechnik: AIC Regloplas kennt man als Hersteller von kompakten, dezentralen Heiz- und Kühlgeräten, ebenso HB-Therm und Single. Frigel ist Spezialist für adiabatische Kühlsysteme. Die orcinus-Systemlösungen von enesty optimieren die Produktionsabläufe im Spritzguss durch maßgeschneiderte Temperiertechnik. Hillesheim liefert flexible elektrische Begleitheizungen bis 1000 oC. Wenn es um konturnahe Kühlung geht, ist Hotset ein guter Gesprächspartner. L&R Kältetechnik hat umfassende Erfahrung mit Kälteanlagen, die mit natürlichen Kältemitteln arbeiten und diverse effizienzsteigernde Maßnahmen nutzen. Nach Angaben des Unternehmens kann der Energiebedarf dadurch um bis zu 40% reduziert werden. ONI-Wärmetrafo ist nicht nur erfolgreich in der Kältetechnik aktiv, sondern bietet z.B. auch Systeme für die Werkzeugtemperierung. Und Weinreich hat in der Kunststoffindustrie einen guten Ruf für besonders langlebige Kälteanlagen.
Auch das Rahmenprogramm bietet Erkenntnisse zum Thema Temperieren. Ein Experte von Hammann/ Comprex erläutert, wie durch ein (im doppelten Wortsinn) einmaliges Spülverfahren die Effizienz des Temperierkreislaufs deutlich und dauerhaft gesteigert werden kann. Eine Variante dieses chemiefreien Verfahrens wurde speziell für die Kunststoffindustrie, genauer gesagt für die Kühl- und Temperierkreisläufe der Werkzeuge, entwickelt. Mehr erfahren die KUTENO- und KPA-Besucher am ersten Messetag von 11.30 bis 11.55 Uhr auf der „Red Stage“ im Rahmen der vom SKZ kuratierten Vortragsreihe „Spritzgießen 2030.