Kunststoff komplett: Das Auto von innen
- Gerald Scheffels
- 25.10.2025
- No Comments
Außen dominieren Stahl und Aluminium. Aber im Interieur des Fahrzeugs sind verschiedenste Kunststoffe allgegenwärtig. Das gilt nicht nur für Verkleidungselemente mit schicker Optik und angenehmer Haptik, sondern auch an der Bedienschnittstelle mit Reglern und Drehknöpfen, Displays, Screens, Touch-Elementen und Head-up-Displays.
Hier steigen die Ansprüche an Funktion und Design mit jeder Fahrzeuggeneration. Die (Bedien-)Funktionen der Komponenten werden komplexer, und die Designer verfolgen das Ziel, die Autokäufer nicht nur zufriedenzustellen, sondern sie mit einem Wow-Effekt zu begeistern, wenn sie in ihrem „zweiten Wohnzimmer“ Platz nehmen.
Mit kluger Kombination von Kreativität und Kunststoff lassen sich diese durchaus herausfordernden Ziele erfüllen – auf mehreren Stufen der Wertschöpfungskette. Die KPA wird es zeigen.
Zunächst die Materialien: Aus Gründen der Nachhaltigkeit werden dem fossilen Kunststoff immer häufiger nachwachsende Rohstoffe (Flachs, Kenaf…) beigemischt. Hierzu kann sich der Messebesucher u.a. bei Bada, Brenntag, Macomass, Resinex, Romira und Tekuma informieren.
Noch stärker nachgefragt ist die Verwendung von Rezyklaten. Sie sind knapp und begehrt und die Anforderungen hoch. Post-Consumer-Rezyklate (PCR) für den Innenraum spielen noch eine Nebenrolle, aber Post-Production-Material (PIR) ist weitverbreitet. Zu den Anbietern gehören Aurora, MKV, Thees und traceless materials.
Ähnlich wie bei den Neumaterialien, gibt es auch bei den Rezyklaten Beimischungen, die nicht nur die Nachhaltigkeit steigern, sondern zusätzlich interessante Optik-Effekte ermöglichen. Ein Beispiel sind Aluminium-Flakes aus recycelten Getränkekartons: Im Interieur eines Fiat Grande Panda sind (außer Bambus) die Metallanteile aus rund 140 solcher Kartons verarbeitet und schließen somit den Wertstoffkreislauf.
Spannende Innovationen gibt es auch bei der Verarbeitung der Kunststoffe fürs Kfz-Interieur. Gewünscht sind Monomaterialien, die leicht zu recyceln sind. Kombinationen von zwei Kunststoffen sollten sich am besten ohne Klebstoff realisieren lassen. Und der Kostendruck sorgt dafür, dass die Anwender Produkte und Baugruppen wünschen, die in möglichst wenigen Arbeitsschritten entstehen. Ein weiterer Trend ist die Integration von Licht in Kunststoffkomponenten – nicht nur bei Displays, sondern gern auch als „Ambient Light“ zum Wohlfühlen. Auch dabei sind immer der Wow-Effekt und die Differenzierung von Wettbewerb das Ziel.
Außerhalb des Innenraums bietet die Automobilindustrie auch ein zweites Betätigungsfeld für innovative Kunststoffverarbeiter. Dank der Elektromobilität steigt der Bedarf an hoch belastbaren und stromisolierenden Komponenten. Die Ladestecker sind nur eines von sehr Beispielen. Ähnliches gilt – Stichwort Autonomes Fahren – für die stark wachsende Anzahl von Sensoren und Aktoren, die zu jedem einzelnen Assistenzsystem gehören.
Auch wenn sich die Automobilindustrie aktuell in der Transformation befindet: Für die Kunststoffindustrie bleibt sie ein ebenso attraktiver wie herausfordernder Markt. Mit einem Absatz von rund 4,5 Millionen Tonnen pro Jahr (in Europa) ist sie die drittgrößte Abnehmerbranche. Und die Produkte sind ein „Highlight“ im Produktprogramm: Viele Aussteller der KPA werden Automotive-Bauteile als Blickfang zeigen und damit auch zum Ausdruck bringen: Wir arbeiten für extrem anspruchsvolle Kunden.
Weitere Informationen: www.kpa-messe.de