Kunststoffverarbeitende Unternehmen, die einen Partner oder Zulieferer für den Werkzeug- und Formenbau suchen, dürfen oder müssen eine Grundsatzentscheidung treffen: Sie können einen Spritzgießer mit eigenem Werkzeugbau wählen, der sein Prozess-Know-how der Weiterverarbeitung einbringt. Oder aber sie arbeiten mit einem Spezialisten zusammen, der sich ganz auf den Werkzeugbau oder auch auf besondere Aufgaben des Werkzeug- und Formenbaus konzentriert.
Viele Spezialisten zeigen ihre Kompetenzen
In beiden Fällen kann die KPA in Leipzig/Schkeuditz (16. und 17. September 2026) den Entscheidern in kunststoffverarbeitenden Unternehmen gute Impulse geben und neue Kontakte vermitteln – sogar solche, die bis nach China und Taiwan reichen.
Einige Beispiele für die Vielfalt des Werkzeugbaus – und Tipps an Spritzgießer für die Planung ihres Messebesuchs: Formentechnik Bayreuth projektiert u. a. Werkzeuge aus besonderen Werkstoffkombinationen sowie mit speziellen Beschichtungen und Sondertemperierungen sowie energetisch optimierte Werkzeugkonzepte. Zu den Kernkompetenzen des Werkzeugbaus Winkelmühle gehört die Fertigung von Prototypen-, Heißkanal- und Mehrkomponentenwerkzeugen sowie von Stanz-Biegewerkzeugen bis zu einer Größe von 500 x 600 Millimetern.
Know-how aus Sachsen – und aus China
Mit der µ-Tec GmbH aus Chemnitz stellt sich ein Werkzeug- und Formenbauer vor, der sein Know-how im Werkzeug- und Formenbau mit intensiver Forschung und Entwicklung verbindet und Lösungen erarbeitet, die über den klassischen Werkzeugbau hinausgehen. Zum Beispiel hat das Unternehmen mit ProSlideX eine verstellbare Druckplatte entwickelt, die eine gezielte Justierung im µm-Bereich ermöglicht und damit eine präzise und flexible Werkzeugauslegung unterstützt.
D+S Werkzeugbau beherrscht u. a. das Tieflochbohren mit seitlicher Bearbeitung, das Erzeugen von aufwändigen Konturen mit engen Toleranzen von +/- 0,002 mm sowie das Aufbringen von speziellen Beschichtungen. Die entsprechenden Sonder- und Zeichnungszeile werden bei Ming Rui Precision in Chengdu/ China gefertigt, dessen Europavertretung D+S übernommen hat.
Normalien und Heißkanaltechnik
Meusburger muss man in der Werkzeugbau-Community wohl nicht erst vorstellen. Der Marktführer im Bereich hochpräziser Normalien präsentiert auf der KPA neben hochpräzisen Normalien auch ausgesuchte Produkte für den Werkstattbedarf sowie hochwertige Lösungen für die Heißkanaltechnik und -regelung.
Wer in der Heißkanaltechnik unterwegs ist, sollte auf dem Stand von Ferrofacta vorbeischauen. Das Unternehmen fertigt komplett bearbeitete Formaufbauten und ist nach eigenen Angaben das weltweit einzige, das den angusslosen Zinkdruckguss in Heißkanaltechnik beherrscht.
Die Kompetenzen eines taiwanesischen Werkzeugbauers – der selbst auch als Spritzgießer aktiv ist – kann der Besucher auf dem Stand von Chan-Way kennenlernen. Weitere Anbieter von Werkzeugen für den Spritzguss, die zugleich Kunststoffkomponenten fertigen und damit das passende Anwendungs-Know-how mitbringen, sind Rudi Göbel, TSW Thenhausen, VKF Spritzgusstechnik, Werner Langer und Wesko. Und damit sind längst nicht alle Werkzeug- und Formenbauer auf der KPA Leipzig/Schkeuditz genannt.
Aktiver Verband vertritt viele Spezialisten
Auch ein Besuch auf dem Stand des sehr aktiven Verbandes VDWF (Verband des Deutscher Werkzeug- und Formenbauer) kann dem Besucher Kontakte zu Werkzeugbauern vermitteln, zumal der Verband auch viele kleinere, hoch spezialisierte Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern vertritt. VDWF-Geschäftsführer Ralf Dürrwächter: „Bei uns treffen Kunststoffverarbeiter auf innovative, leistungsstarke Werkzeugbauer – direkt und fokussiert. Wer wissen will, was im Werkzeugbau steckt, sollte hier unbedingt vorbeischauen.“