Zwei Werkstoffgruppen braucht man, um Komponenten der Elektro-, Steuerungs- und Automatisierungstechnik zu produzieren: Metall für die Weiterleitung von Energie und Signalen, Kunststoff für die Isolation und den Schutz.

Es gibt Kunststoffverarbeiter, die sich auf dieses und artverwandte Anwendungsgebiet konzentrieren und z. B. kundenspezifische Stecker sowie Gehäuse von Klemmen, Relaismodulen, Sensoren oder auch Edge Devices fertigen. Auf der KPA in Leipzig stellen sie ihre Kompetenzen vor – zum Beispiel Schoplast aus Bischofswerda. Das Unternehmen fertigt u. a. Kunststoffformteile für die Elektroinstallationstechnik sowie die Schalt- und Steuerungstechnik und deckt dabei die komplette Prozesskette ab – vom eigenen Werkzeug- und Formenbau über dass Spitzgießen und Thermoformen bis zur robotergestützten Montage.

Kunststoffkompetenzen der KPA-Aussteller

Friedrich Joerg wird sich in Leipzig/Schkeuditz als Systemlieferant für elektromechanische Baugruppen präsentieren, der neben dem Kunststoff-Spritzguss und dem Werkzeugbau auch das Stanzen und Biegen der zugehörigen Metallkomponenten beherrscht. So können hybride Bauteile gefertigt und bei Bedarf zu einbaufertigen elektromechanischen Baugruppen komplettiert werden – aus einer Hand.

GKT (Gräfenthaler Kunststofftechnik) kann u. a. umfassende Erfahrung bei der Projektierung und Fertigung von kundenspezifischen Sensorgehäusen als Bestandteil der Digitalisierung in der Industrie vorweisen. Hier kommen hybride Bauteile aus Thermoplasten „made by GKT“ zum Einsatz. Zu den Verfahren, die das Unternehmen der Götze-Gruppe dabei verwendet, gehören Gasinnendruck (GID), Gasgegendruck (GGD), 2K-Spritzguss, Dünnwandspritzgießen und Insert-Moulding.

KTR Kunststoff-Technik in Sonnenberg produziert zahlreiche Produkte für die Elektronikindustrie, u. a. Klemmengehäuse. Zu den verfahrenstechnischen Kompetenzen gehört das Einlegen und Umspritzen von Magneten und anderen Bauteilen. Hugo Stiehl in Crottendorf/ Erzgebirge beherrscht z. B. das Umspritzen von Metallkomponenten, aber auch von Kordeln. So entstehen (elektro-)technische Bauteile wie Stecker. Zum Portfolio des Werkstoff-Spezialisten Rauschert (Technische Keramik, Zündsysteme, Heizelemente, …) im Geschäftsfeld Kunststoffverarbeitung gehören Hybridkomponenten mit stromführenden Metallen sowie umspritzte Insert-Bauteile.

K.A.Schmersal GmbH & Co. KG
Innen Kupfer, außen Kunststoff: So ist es üblich bei Komponenten der Elektro- und Automatisierungstechnik. Hier im Bild: eine Sicherheitssteuerung mit Erweite-rungsbaustein. | K.A.Schmersal GmbH & Co. KG

Wachstumsmarkt Elektrotechnik

Die hier genannten Aussteller – und ebenso auch andere, die hier nicht erwähnt sind – bewegen sich in einem wachsenden Marktumfeld. Was die Steuerungs- und Automatisierungstechnik betrifft, ist die Industrie noch längst nicht am Ende angekommen. Der Bedarf an IT-Infrastruktur wird weiter zunehmen, viele Bereiche des täglichen Lebens sind noch nicht hinreichend digitalisiert. Und auf der Ebene der Energieversorgung befinden wir uns auf dem Weg in die „All Electric Society“ – mit entsprechendem Bedarf an Bauteilen, die sowohl Strom leiten als auch isolierende Wirkung haben.

Welche (positiven) Folgen das ganz konkret für die Kunststoffverarbeiter, in diesem Fall für Extrudeure, hat, wird ein Vortrag auf dem parallel zur KPA stattfindenden Mitteldeutschen Kunststofftag (MKT) herausarbeiten. Axel Mantey, Geschäftsführer Technik bei der Gerodur MPM Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG in Neustadt/Sachsen, berichtet über „Anwendungen in der Energiewende: Kunststoffrohre für die Übertragungsnetze“.

Treffpunkt KPA

Damit bietet die vom 16. bis 17. September 2026 stattfindende KPA Leipzig/Schkeuditz – in Synergie mit dem MKT – den zahlreichen Unternehmen der Elektro-, Automatisierungs- und Energietechnik eine gute Plattform, leistungsfähige Partner und Zulieferer aus der kunststoffverarbeitenden Industrie kennenzulernen und sich über die neuesten Trends zu informieren.