Metall bearbeiten, Baustoff produzieren, Lebensmittel verpacken, Baustoff produzieren: Der Maschinenbau ist breit aufgestellt. Ostwestfalen-Lippe (OWL) mit dem Messeplatz Bad Salzuflen und rund 300 meist mittelständischen Maschinenbauern – darunter viele Hidden Champions – gilt europaweit als „Hotspot“ der Branche. Und in jeder Maschine sind technische Kunststoffe verbaut, an die ganz unterschiedliche Anforderungen gestellt werden.
„Matchmaking“ mit dem Maschinenbau
Auf der KPA – Kunststoff Produkte Aktuell, die vom 9. bis 11. Juni 2026 in Bad Salzuflen stattfindet, zeigen leistungsfähige Kunststoffverarbeiter, welche Komponenten sie für den Maschinenbau fertigen und welche Technik-Trends aus ihrer Sicht aktuell sind. Hier treffen Konstrukteure und Einkäufer aus dem Maschinenbau somit auf kompetente Gesprächspartner und mögliche neue Zulieferer.
Impulse für Antriebe
Ein Trend, der in Bad Salzuflen sicherlich diskutiert wird, ist der Einsatz von Hochleistungskunststoffen in den Antrieben von Maschinen. Zahnräder, Wellen und Lineareinheiten lassen sich so einfacher fertigen – und sie sind leichter als Metallbauteile. Das bedeutet auch: Mit ihnen lassen sich effizientere Antriebe konstruieren, weil die Bewegung der Teile weniger Energie erfordert. Elektrische Isolationswirkung, Korrosionsbeständigkeit und vereinfachte Schmierung sind weitere Vorteile. Auf der KPA in Bad Salzuflen werden spezialisierte Kunststoffverarbeiter wie Gear Motion (Verzahnungen), Hunold & Knoop (Wellen und Walzen) sowie Rekuplast und Schnitzler (Zahnräder) Antriebskomponenten aus hoch beanspruchbarem Kunststoff zeigen.
Langlebiger Leichtbau
Wie tief die KPA hier in die Wertschöpfungskette des Maschinenbaus eintaucht, zeigt das Beispiel der Lagertechnik. Faust produziert Wälzlager, deren Schmierstoff in einen Kunststoff inkorporiert ist und Legrom entwickelt und fertigt Lagerkäfige. Handtmann produziert Linearlager, Zahnräder und andere Bauteile aus dem Hochleistungswerkstoff Lauramid – nicht im Spritzguss, sondern im Formgussverfahren mit nachfolgender mechanischer Bearbeitung. So entstehen präzise und belastbare Leichtbau-Maschinenkomponenten, die zudem durch ihre Leichtlaufeigenschaften überzeugen.
Auch wer nach Hybrid-Bauteilen aus Kunststoff-Metall-Verbindungen sucht, wird auf der KPA kompetente Zulieferer finden – zum Beispiel Huonker. Das Unternehmen fertigt unter anderem kundenspezifische Pumpengehäuse. Baumgarten ist ebenfalls in diesem großen Bereich des Maschinenbaus aktiv und fertigt auch andere Komponenten für die Pumpenindustrie.
3D-Druck nicht nur für Prototypen und Kleinserien
Nach dem Motto „Es muss nicht immer Spritzguss sein“ werden nicht wenige Aussteller alternative Verarbeitungsprozesse auf dem Weg vom Granulat zum Maschinenelement vorstellen. Im Fokus steht dabei der 3D-Druck, der sich längst auch für die Produktion von kleineren bis mittleren Serien etabliert hat und die Fertigung von komplexen Bauteilen z. B. mit Hinterschneidungen eignet. Und auch bei einfacheren Bauteilen ermöglicht der Verzicht auf den Werkzeugbau einen großen Zeitvorteil. Kegelmann ist hier ein bekannter Spezialist.
Gehäuse: Vielfalt der Formen
Ein anderer Einsatzbereich für Kunststoff im Maschinenbau sind Gehäuse sowohl für Komponenten wie Sensoren als auch für komplette Maschinen und Geräte, für Schaltkästen und für die Mensch-Maschine-Schnittstelle. Komplexe Formen können zeit- und kostensparend „aus einem Schuss“ gefertigt werden, und häufig wird hier ebenfalls Metall durch Kunststoff ersetzt. Weiss Kunststoffverarbeitung wird auf der KPA Beispiele von Spritzgussteilen zeigen, Hesse fertigt kundenspezifische Kunststoff-Abdeckungen und -Verkleidungen im Thermoform-Verfahren und Fried produziert unter anderem lackierte Gehäuse in Top-Oberflächenqualität.
Die Prozesskette zu Ende denken
Konstrukteure von Maschinen, die ihren KPA-Besuch planen, sollten vielleicht auch die Stände von Küfner (Filtersiebe für Gase und Flüssigkeiten), Möllerflex (Dämpfungselemente), Möllering (Gummiräder) und besuchen. Und wenn sie die Prozesskette zu Ende denken und die Nachhaltigkeit in ihrer Produktion und ihren Produkten verbessern möchten – auf der Messe werden auch viele Spezialisten aus dem Themenfeld Rezyklate (PIR und PCR), Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft ihre Ideen, Werkstoffe und Dienstleistungen vorstellen.
Mehr erfahren – das Rahmenprogramm besuchen
Bei der Planung des Messebesuchs ist ein Blick auf das begleitende Rahmenprogramm der KPA und der parallel stattfinden KUTENO unbedingt empfehlenswert. Für den Maschinenbau könnten unter anderem die Vorträge über Metallersatz mit hochverstärkten Kunststoffen (Dienstag, 11:30 Uhr) und über Polyamid-Komponenten in dynamischen Anwendungen (Mittwoch, 10:55 Uhr) interessant sein.