Wie werden wir in Zukunft Auto fahren? Aktuell, so sieht es die Branche, erobern die „Software Defined Vehicles“ (SDVs) den Markt. Ihre (Fahr-)Eigenschaften lassen sich individuell abstimmen, Updates gibt es „over the air“ (OTA) und die auto-eigene Software kommuniziert permanent mit der Außenwelt.
Wer in dieser Industrie weit voraus denkt, hat diesen Trend allerdings schon fast abgehakt. Schon werden die ersten „AI-defined Vehicles“ (AIDV) angekündigt, bei denen die KI zentrale Funktionen wie Sicherheit, Fahreigenschaften und „User Experience“ kontinuierlich und ganz von selbst an die Wünsche des Fahrers und der Passagiere anpasst.
Aufwertung des Auto-Innenraums
Was hat das mit der Kunststofftechnik und der KPA zu tun? Sehr viel. Denn bei den SDVs und AIDVs der Zukunft wird nicht nur die Software und die KI-Nutzung darüber entscheiden, ob der Autokäufer sich für dieses oder ein anderes Fahrzeug begeistert, sondern in hohem Maße auch das Interieur. Und hier sind High-End-Bauteile aus High-End-Kunststoffen gefragt:
Wo kann sich der Automobilhersteller oder -zulieferer umschauen, welche Kunststoffverarbeiter sich für eine Kooperation in Sachen „Interieur der Zukunft“ eignen? Und wo findet der Kunststoffverarbeiter Anregungen für die Entwicklung in Richtung Kooperationspartner der Automobilindustrie?
Die Antwort: auf der (ersten) KPA – Kunststoff Produkte Aktuell in Leipzig (16. bis 17. September 2026). In Sachsen und den angrenzenden Bundesstaaten ist ein starker Cluster aktiv, der Innovationen aus Kunststoff für den Automobil-Innenraum entwickelt – mit gutem Erfolg.
Innovationen und Kooperationen
Einen ersten Überblick kann das Ausstellerverzeichnis geben oder aber der Impulsvortrag von Dr. Kerstin Klaus (TUCed Chemnitz) und Andreas Bergner (AMZ Sachsen) zum Thema: „InSuM inside – Innovationen und Kooperationen im Automobil-Interieur“ am 16.09. um 13:50 Uhr im Rahmen des Vortragsprogramms des MKT (Mitteldeutscher Kunststofftag).
Im InSuM als „Interior-Hub for Sustainability Mobility“ sind die drei Netzwerke automotive Thüringen, Bayern innovativ und AMZ Sachsen verbunden. Sie forcieren den bundesweiten Wissenstransfer für die Automobil- und Zulieferindustrie, sind auch im Trend Scouting aktiv und befassen sich mit dem Thema „Auto-Interieur der Zukunft“. Das heißt für den KPA-Besucher aus der Automobilindustrie: Hier gibt es (Kunststoff-)Wissen aus erster Hand.
Ausblick: Das Interior der Zukunft
Genau dieses Wissen, ganz praxisorientiert, gibt es auch auf der Ausstellungsfläche der KPA – bei Unternehmen mit starkem „Footprint“ in der Automobilindustrie, insbesondere im Interieur. Einige Beispiele in alphabetischer Reihenfolge: GKT Götze in Gräfenthal/Thüringen fertigt Innenraum-Komponenten aus Spritzguss mit verschiedensten Narbungen in diversen Ausstattungsfarben. Besondere Kompetenzen hat das Unternehmen bei galvanisierten und im Ein- oder Mehrschichtverfahren lackierten Kunststoffteilen, die u. a. auch beflockt, bedruckt, nachbearbeitet und konfektioniert werden.
Lakowa präsentiert sich in Leipzig als Spezialist für großflächige tiefgezogene oder im RIM-Verfahren hergestellte Systembauteile, die u. a. in Krankenwagen und anderen Spezialfahrzeugen eingesetzt werden. Zum Produktspektrum von Roth gehören Luftführungen als Sichtteile im Kfz-Innenraum, zu den Kernkompetenzen von Saxonia Galvanik gehört die Kunststoffmetallisierung. Silcos fertigt metallisierte Dekorteile auf Silikonbasis in PVD-Technologie fürs Interieur, Hugo Stiehl produziert für die Automobilindustrie u. a. Verkleidungsteile und -gehäuse sowie Funktionselemente für die Lüftung, und Techniplas wird auf der KPA Leipzig beispielhafte Interieur-Komponenten mit besonderen Oberflächen für Premium-Fahrzeuge vorstellen – in Hochglanz-Optik, kratzfest, erzeugt im PVD- oder auch im Inkjet-Verfahren.
Somit ist die Messe eine Leistungsschau für hochwertige Kunststoffkomponenten im (sichtbaren) Kfz-Interieur.