Die meisten Aussteller auf der KPA Leipzig sind Fertigungsdienstleister – das ist korrekt und zugleich auch nicht. Ja, sie fertigen in der Mehrheit Kunststoffkomponenten, deren Form und Funktionen von den Kunden vorgegeben werden. Zugleich aber bringen sie – wenn die Kunden ihnen diese Freiheit gewähren – ihre Kompetenz und Erfahrung in das Projekt ein und beeinflussen damit die Konstruktion und die Funktion des Bauteils.
Am besten: Zusammenarbeit von Anfang an
Beispiele für die Vorteile einer solchen Zusammenarbeit, die neben den (Fertigungs-)Kapazitäten auch die (Entwicklungs-)Kompetenzen einbezieht, kennt vermutlich jeder KPA-Besucher. Die Beratung als Zusatzleistung kann die Werkstoffauswahl betreffen oder die Design-Optimierung unter dem Aspekt der „Fertigbarkeit“.
Der Kunststoffverarbeiter kann, wenn gewünscht, vor der Serienproduktion Prototypen und Funktionsmuster liefern. Vorserien im 3D-Druck sind ebenso möglich. Füllgradsimulationen und andere Verfahren kommen optional zum Einsatz, um ein möglichst perfektes (Kunststoff-)Produkt zu gewährleisten. Kurz: Es gibt viele Möglichkeiten, den Fertigungsdienstleister an der Konstruktion und Produktentstehung zu beteiligen.
Viele Ansätze zur Produkt-Optimierung
Welche konkreten Ansätze und Möglichkeiten es hier gibt, wird ein Besuch der KPA Leipzig am 16. oder 17. September 2026 zeigen. Sie ist ausdrücklich die „regionale Messe für Design, Entwicklung und Beschaffung von Kunststoffprodukten“ und fasst somit nicht nur die Beschaffung und Produktion in den Blick.
Ganz am Anfang der Prozesskette bietet 1st Mould in Pirna seine Rapid Tooling-Dienstleistungen an und fertigt präzise Prototypen sowie Klein- und Vorserien im Spritzguss. Auch das 3D-Werk Black Forest erzeugt kundenspezifische Kunststoffbauteile im 3D-Druck.
Wenn es um Thermoplastkomponenten in Null-, Serien- und Kleinfertigung geht, ist GKT Gräfenthaler Kunststofftechnik der richtige Partner. Apra-Plast berät die Kunden bei der Entwicklung von individuellen Kunststoffgehäusen z. B. für den Maschinenbau und die Medizintechnik. Die Elektrotechnische Fabrik Friedrich Jörg fertigt kundenspezifische elektromechanische Baugruppen und bringt ihr Know-how in die Entwicklung ein.
Gubesch verarbeitet neben Thermoplasten auch Duroplaste und bietet den Kunden umfassende Beratung bei der prozesssicheren Produktgestaltung an. Lakowa in Wilthen sieht sich als Entwicklungspartner für einbaufertige Baugruppen in Leichtbauweise, u. a. für das Fahrzeug-Interieur. Okulen startet noch früher im Prozess und entwickelt bei Bedarf kundenspezifische High-Tech-Polymere, die z. B. hochverschleißfest oder mit integriertem Schmierstoff ausgerüstet sind und das Potenzial haben, Metalle zu ersetzen.
Roth Plastic + Form projektiert gemeinsam mit den Kunden präzise und anspruchsvolle Kunststoffspritzgussteile für Anwendungen in den Bereichen Automotive, Elektronik, Medizintechnik und Maschinenbau. Messebesucher, die sich nach belastbaren Hybridbauteilen z. B. für die Antriebs- und Fahrwerkstechnik umschauen, sollten den Stand von Wunder aufsuchen. Thenhausen bietet seinen Full-Service einschließlich Beratung und Bauteiloptimierung auch für Komponenten aus Gummi, und Schoplast in Bischofswerda bringt sein Know-how in die Fertigung von Kunststoffformteilen u. a. für die Elektroinstallations- und Steuerungstechnik sowie die Automobilindustrie ein – im Spritzguss- und auch im Pressverfahren, mit hohem Automationsgrad.
Treffen Sie Fertigungspartner auf der KPA
Die Beispiele – die beliebig fortgeführt werden könnten – zeigen: Für die Aussteller der KPA gehört Beratung einfach dazu. Von diesem Angebot sollte der Anwender von Kunststoffbauteilen Gebrauch machen – auf der Messe, beim Standbesuch und auch in ganz konkreten Projekten. Schließlich haben sich die (Fertigungs-)Dienstleistung der Kunststoffverarbeitung im Laufe der Jahre Kompetenzen erarbeitet, die sie bei jedem einzelnen Kundenprojekt einbringen. Eine Kooperation von Anfang an kann deshalb für das Projekt und das zu fertigende Produkt nur von Vorteil sein.